Elin

Elin

Um von der Geburt unserer Tochter Elin zu berichten, möchte ich weiter ausholen und auch von der Geburt unseres Sohnes Malachy erzählen.
Myriam hat uns schon bei Malachy betreut, wir haben uns eine Geburt im Geburtshaus gewünscht. Doch dann kam es etwas anders. Ich hatte bei ihm einen vorzeitigen Blasensprung ohne Wehen. Dieser war 9 Tage vor dem Entbindungstermin. Myriam hat alles versucht und ihren ganzen Sonntag für uns geopfert, in der Hoffnung, dass noch etwas passiert. Für mich war die Welt noch in Ordnung. Als sie dann meinte, dass wir jetzt lang genug gewartet haben (über 30 Std.) und sie mich ins Krankenhaus überwies, war ich am Boden zerstört. Daran hatte ich nicht gedacht. Ich war mir sicher, dass ich irgendwann Wehen bekomme. Aber es war schon genug Zeit verstrichen. Dort wurden dann Wehen eingeleitet. Mir wurde als Vorsichtsmaßnahme Antibiotika verabreicht. Zum Glück habe ich ihn dann doch noch auf normalen Weg bekommen, denn der Kaiserschnitt war schon geplant.
 
Als ich dann wieder schwanger war, habe ich mich darauf gefreut, dass Myriam mich wieder betreuen konnte. Ich wünschte mir diesmal wieder eine außerklinische Geburt, allerdings war ich diesmal etwas offener. Durch die Erfahrung wusste ich nun, dass alles kommt, wie es kommt und meist anders als geplant. Die Schwangerschaft verlief, bis auf die Übelkeit in den ersten drei Monaten, gut.
Nur während der Hitzewelle im Juli hatte ich etwas mit dem Kreislauf zu kämpfen.
Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass unsere Maus auf jeden Fall früher kommt. ET war der 10.09. Ich war etwas ungeduldig und wollte sie einfach kennenlernen. Am Montag, den 06.09. hatte ich abends blutigen Schleimabgang. Ich rief Myriam an und meinte das es jetzt vielleicht in den nächsten Tagen losgeht. In freudiger Erwartung habe ich unseren Sohnemann zu Bett gebracht und dann hatte ich meinen Blasensprung. Also rief ich Myriam 10 Minuten später wieder an. In der Nacht war ich dann ein paarmal wach und hatte Wehen. Aber nach ein paar Stunden waren sie wieder weg und ich konnte weiterschlafen. Damian hat Malachy dann am Morgen zum Kindergarten gebracht, sodass wir in Ruhe auf Wehen warten konnten. Wir haben dann einen langen Spaziergang gemacht und ich versuchte nicht daran zu denken, wie es weitergehen könnte. Wir haben einfach nur das wunderbare Wetter genossen! Ich habe mich dann nochmal zum Mittagsschlaf hingelegt. Malachy war bei meiner Schwester gut versorgt, sodass wir uns wirklich auf das, was kommen sollte, freuen konnten. Und dann fingen gegen 15:00 Uhr die Wehen an. Endlich!! Wir haben schöne Musik angemacht und ich habe die Wehen auf dem Ball gut ausgehalten. Mittlerweile war Myriam wieder da und wir konnten uns noch gut unterhalten. Als die Wehen dann öfter kamen, haben wir uns ab 18:00 Uhr im Geburtshaus verabredet. Als wir ankamen, waren wir von der entspannten, ruhigen Atmosphäre begeistert. Nach ungefähr einer Stunde kamen die Wehen dann alle 2 Minuten. Mittlerweile kam auch noch Claudia dazu, die uns auch sofort sympathisch war. Und mit Claudias eintreffen ging es bei mir schnell voran. Myriam schlug vor doch schon ins Wasser zu gehen. Ich wollte auf jeden Fall wieder eine Wassergeburt, dachte aber, dass es noch zu früh fürs Wasser ist. Aber es war sehr entspannend, die Wehen waren besser auszuhalten und die Abstände waren wieder alle 4-5 Minuten. Der Muttermund war 2 cm offen als ich ins Wasser ging. Nach ca. einer Stunde wurden die Wehen dann unangenehm. Ich hatte das Gefühl, nochmal auf Toilette zu müssen und habe gefragt wie es mit einem Schmerzmittel aussehen würde. Kein Problem- aber vor dem rausgehen nochmal den Muttermund untersuchen. Muttermund vollständig auf, ich kann jetzt drinbleiben und wenn ich Pressen muss, kann ich das tun. 3-4 Wehen später war das Köpfchen draußen!!!!! Weil die Nabelschnur um Schulter und Bein gewickelt war und es sehr unangenehm war, habe ich Elin dann ohne Wehe rausgeschoben. Ich war immer noch verwundert,  wie schnell es plötzlich ging. Damian hat die Nabelschnur durchtrennt. Dann haben wir uns aufs Bett gelegt und durften unseren kleinen Engel erstmal ganz in Ruhe bewundern. Myriam und Claudia haben sich zurückgezogen und wir konnten unsere Dreisamkeit genießen. Es war wunderschön. Etwas später bin ich dann nochmal auf den Geburtshocker gegangen um die Plazenta zu gebären. Gemeinsam haben wir die Nachgeburt betrachtet, die Elin 40 Wochen ernährt hat. Besonders beeindruckend fand ich die rot-blauen Farbtöne. Später wurde unser kleines Wunder noch gemessen und gewogen und nach 2 ½ Stunden waren wir wieder Zuhause.
 

 
Elin wog bei ihrer Geburt  3720 Gramm und war 53 cm groß